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„The Economist“ berichtet über die wirtschaftlichen Erfolge Polens

Juli 14, 2014, K. Piskorski

Die Kompensierung von 500 Jahren an verlorenem Wachstum innerhalb von zwei Jahrzehnten ist eine historisch beispiellose Leistung für jedes europäische Land. Doch das ist genau das, was Polen in den letzten zwei Jahrzehnten vollbracht hat. Diese Tatsache brachte „The Economist“ dazu, einen detaillierten Berich über den Wandel der polnischen Wirtschaft zu veröffentlichen.

Am heutigen Tag sind 25 Jahre seit dem Beginn der wirtschaftlichen Transformation in Polen verstrichen. Zudem sind auch 17 Jahre vergangen, seitdem das Land der NATO beigetreten ist und 10 Jahre, seitdem es ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union geworden ist.

In diesem kurzen Zeitrahmen hat es Polen geschafft, die Lücke zum westlichen Europa schnell zu schließen. In der Tat war Polen das letzte Mal so nah dran während der Herrschaft der Jagiellonen-Dynastie im Jahre 1500 – in einer Ära, die von vielen polnischen Historikern als das „goldene Zeitalter“ bezeichnet wird. Seit dieser Zeit durchlief das Land abwechselnd Zeiten der politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen, die ihren Höhepunkt im späten 18. Jahrhundert erreichten, als Polen von den Landkarten verschwand.

Erst nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Polen die Unabhängigkeit.

Wie wird von daher eine sich durchkämpfende Nation, die gerade der Malaise des Kommunismus entkommen ist und durch veraltete Produktionsbasis und enorme Ineffizienzen belastet ist, und die dann um eine 67% Kaufkraftparität mit dem EU-Durchschnitt erreichte, wahrgenommen?

“The Economist” beantwortet diese Frage in seinem Bericht:

“Durch marktorientierte Reformen wurden Preiskontrollen beseitigt, Lohnerhöhungen eingeschränkt, Subventionen für Waren und Dienstleistungen drastisch gekürzt sowie der Haushalt ausgeglichen. Die Heilung war zwar schmerzhaft, aber nach ein paar Jahren scharfer Rezession von 1990 bis 1991 begann Polen wieder zu wachsen. Das Land befolgte seinen Wachstumspfad und erhielt einen weiteren Schub durch den EU-Beitritt im Jahre 2004. Seitdem beträgt das Wirtschaftswachstum 4% pro Jahr. Das BIP pro Kopf zu Kaufkraftparität liegt jetzt bei 67% des EU-Durchschnitts, verglichen mit 33% im Jahre 1989″

Es gibt mehrere Gründe, warum wir den Artikel von “The Economist” für interessant erachten. Trotz seines tiefen Optimismus (dieser ist möglicherweise für Menschen aus einem Land überraschend, wo das Klagen zu einem Nationalsport avancierte) gilt dieser Artikel als guter Verweis auf die bisherigen Errungenschaften und viele Herausforderungen, einschließlich schlechter Demografie und eines aufgeblähten öffentlichen Sektors.

In erster Linie wird in diesem Artikel auf die technologischen und bildungsbezogenen Fortschritte als die größte Aufgabe für die kommenden 20 Jahre verwiesen.

Die Autoren beobachten richtigerweise, dass jedes weitere Wachstum einen exponentiell größeren Aufwand erfordern wird. Einfache Gewinne durch billigere Arbeitskräfte und Strukturförderungen gehören nun der Vergangenheit an. Das Schließen der verbleibenden Lücke wird nur mit einer innovativen Industrie möglich sein, wobei diese Ansicht von vielen polnischen IT- und Engineering-Spezialisten geteilt wird:

Polen profitierte bereits von 102 Mrd. € (139 Mrd. $) an Mitteln aus Brüssel und wird weitere 106 Mrd. € bis zum Jahre 2020 erhalten. Es besteht das Risiko, dass die Regierung einen großen Teil davon für die Infrastruktur ausgeben wird, damit diese spürbare Ergebnisse vorlegen kann, wodurch jedoch längerfristige Bemühungen vernachlässigt werden, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. (…) Derzeit ist der polnische Erfolg auf billige Arbeitskräfte zurückzuführen, die westeuropäische und amerikanische Unternehmen nutzen, um das Land in ein großes Outsourcing- und Zulieferzentrum zu verwandeln. Aber dieser Vorteil wird mit der Zeit vergehen.”

Der Bericht in „The Economist“ ist nicht die einzige jüngste Veröffentlichung, die das Wachstum Polens zu zergliedern versucht. Einige zusätzliche Informationen sind dem Bericht des polnischen Hauptstatistikamts für die Jahre 2004-2014 zu entnehmen (hier verfügbar).

Zudem gibt es eine detaillierte 34 Seiten haltige Analyse eines in Warschau ansässigen Experten der Weltbank (siehe hier).

Ihr Autor stellt Folgendes fest:

“(…) Im Jahre 2013 errichte Polen noch nie da gewesene Niveaus beim Einkommen, Lebensqualität und Wohlergehen. Dieses Jahr wird das BIP pro Kopf Polens 62 Prozent der Höhe des Einkommens in entwickelten Ländern Westeuropas (EWU-17), Polens natürlicher Benchmark und eines der Ziele der sozialen Bestrebungen erreichen, das 1992 unter 30 Prozent lag. Es wird auch das höchste relative Einkommensniveau gegenüber Westeuropa seit dem Jahr 1500 erreichen”.

Wir sind der Ansicht, dass die Tatsache, dass der polnische BIP jetzt fast 20% höher als zu Beginn des letzten globalen Abschwungs aus dem Jahre 2007 liegt, als bestes Indiz für die Widerstandsfähigkeit der polnischen Wirtschaft gilt. Dies verleiht solchen Unternehmen wie der PGS Software eine zusätzliche Glaubwürdigkeit, da internationale Kunden sich keine Sorgen über ihre Geschäftspartner in Polen machen müssen, die sich durchkämpfen oder gar ihr Geschäft aufgeben müssen, wie dies vielen Unternehmen in den von der Wirtschaftskrise erfassten Regionen ergangen ist.

Vielmehr werden die geplanten Investitionen im Bereich Technologie, Wissenschaft und Bildung garantieren, dass das technologische Kapital Polens gesteigert wird, wodurch auch unsere internationalen Geschäftspartner profitieren werden.

Wir sind bei PGS Software stets bestrebt, an vorderster Front dieser Änderung zu stehen, indem wir die lokale IT-Gemeinschaft aufbauen sowie polnisches IT im Ausland fördern und die Fähigkeiten der vielversprechendsten Technologiearbeiter in Polen unterstützen.

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